Aktuelle Situation in Kenia
Kenia liegt in Ostafrika und erstreckt sich über eine Fläche von rund 580.000 Quadratkilometern. Dort leben etwa 55 Millionen Menschen. Kenia grenzt an Äthiopien, Somalia, Tansania, Uganda und den Südsudan.
Viele Mädchen und Frauen in Kenia stehen weiterhin vor großen Herausforderungen beim Zugang zu Bildung, gesundheitlicher Aufklärung und dem Schutz ihrer körperlichen Selbstbestimmung. Themen wie sexuelle und reproduktive Gesundheit, Teenagerschwangerschaften, geschlechtsspezifische Gewalt und schädliche Praktiken wie weibliche Genitalverstümmelung (FGM/C) prägen in vielen Regionen des Landes nach wie vor den Alltag zahlreicher Communities.
Gemeinsam mit unseren lokalen Partnerorganisationen setzen wir uns dafür ein, Tabus aufzubrechen und nachhaltige Veränderung durch Wissensvermittlung und sexualpädagogische Aufklärung zu ermöglichen. Denn wir sind überzeugt: Langfristiger sozialer Wandel beginnt dort, wo Menschen Zugang zu verständlich aufbereiteten Informationen erhalten und damit eine Grundlage für selbstbestimmte Entscheidungen.
Unsere Hilfe in Kenia
Gemeinsam mit starken lokalen Partnerorganisationen bilden wir Menschen zu sogenannten RAIN WORKERS aus. Das sind Expert*innen, die als Wissensmultiplikator*innen Aufklärung direkt in ihre Communities tragen – in ihren lokalen Sprachen und mit Kenntnis der in ihrer Region vorherrschenden Traditionen, Mythen und Narrativen. Insgesamt haben wir bereits über 500 RAIN WORKERS in Kenia ausgebildet.
Unsere Trainings vermitteln praxisnahes Wissen zu sexueller Gesundheit, Familienplanung, Gewaltprävention und dem Schutz von Mädchen vor schädlichen Praktiken wie FGM/C. So schaffen wir gemeinsam nachhaltige Veränderung – lokal verankert, kulturell sensibel und mit langfristiger Wirkung. In Kenia sind unsere RAIN WORKER in den unterschiedlichsten Regionen aktiv: von nomadischen Gemeinschaften in sehr ländlicher Gegend bis hin zu informellen Siedlungen in der Hauptstadt Nairobi. Inhaltlich zieht sich durch alle unsere Projekte in Kenia das große Thema „Würde“ im Zusammenhang mit Menstruation. So arbeiten wir zum Beispiel mit MCFPanairobi zusammen, wo Teenagermütter eine Berufsausbildung erhalten und parallel dazu von RAIN WORKERS über ihre sexuelle und reproduktive Gesundheit und Rechte aufgeklärt werden.
#TogetherWeEndFGM
Unser Projekt #TogetherWeEndFGM setzen wir uns gemeinsam mit unserer deutschen Partnerorganisation Zinduka, deren kenianischen Schwesternorganisation Zinduka Foundation, sowie den lokalen Partnern Centre for Indigenous Child Rights CICR und Enkakenya Sidai Initiative um. #TogetherWeEndFGM ist in den kenianischen Regionen Kuria, West Pokot und Kajiado angesiedelt, wo wir uns aufgrund der hohen Prävalenz aktiv gegen weibliche Genitalverstümmelung (FGM/C) einsetzen.
Unser Ansatz verbindet Schutz, Aufklärung und Empowerment, denn wir betrachten FGM/C nicht isoliert, sondern im Zusammenhang mit geschlechtsspezifischer Gewalt sowie sexueller und reproduktiver Gesundheit und Rechten (SRGR). Durch Girls Empowerment Camps, Schulprogramme, Community-Sensibilisierungen, Radio Talks und lokale Awareness-Kampagnen stärken wir Mädchen, Familien und ganze Communities darin, schädliche soziale Normen langfristig zu verändern. Gemeinsam arbeiten wir daran, Mädchen und Frauen ein selbstbestimmtes Leben frei von Gewalt und gesundheitsschädlichen Praktiken zu ermöglichen.
Zu Projektbeginn wurde eine umfassende Baseline-Studie erstellt. Sie erfasst den Status quo zu Wissen, Einstellungen und Praktiken rund um FGM/C in den Zielregionen systematisch. Außerdem wurde ein Monitoring- und Evaluierungssystem eingerichtet, das regelmäßige Nachbefragungen vorsieht, um Veränderungen im Zeitverlauf objektiv messen zu können sowie die Dokumentation von Prozessen, Ergebnissen und (auch unerwarteten) Nebeneffekten — um transparent und lernorientiert zu arbeiten. Die Most Signifcant Change-Methode ist ein hilfreiches Tool, das auch die lokalen Partner gut anwenden können.
#TogetherWeEndFGM zeigt: Veränderung entsteht durch langfristige Bewusstseinsarbeit. Und sie gelingt nur dann, wenn auch jene einbezogen werden, die in westlichen Diskussionen oft ausgeblendet werden – Männer. Väter, Großväter oder lokale Autoritäten prägen gesellschaftliche Normen. Diesen Ansatz – die Einbindung aller Stakeholder – verfolgen wir in jedem unserer Projekte.
Unsere Einsatzpartner in Kenia